David Van Reybrouck

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David Van Reybrouck

David Van Reybrouck, geb. 1971 in Brügge, ist Historiker, Ethnologe, Archäologe und Schriftsteller. Sein Buch "Kongo" war ein Welterfolg und wurde mit dem NDR-Sachbuchpreis 2012 ausgezeichnet. Van Reybrouck schreibt Romane, Theaterstücke und Gedichte. Er ist Initiator des Models G 1000, das mehr Mitsprache für die Bürger in Europa fordert.

©  Foto: Lenny Oosterwijk

Als Lobbyist in Brüssel müssen Sie nur auf die Wahlergebnisse warten, und Sie wissen, mit wem Sie in den nächsten fünf Jahren zu Mittag essen sollten. Das Parlament ist statisch. In unserem Modell – wir sprechen von deliberativer Demokratie – wechseln die Entscheider viel schneller.

David Van Reybrouck

Aktuelles Buch

Gegen Wahlen. Warum Abstimmen nicht demokratisch ist

Wallstein Verlag

Es ist seltsam mit der Demokratie. Jeder ist dafür, aber keiner glaubt mehr so recht daran, dass sie funktioniert, jedenfalls nicht durch Wahlen. Wenn die Ergebnisse anders lauten als gewünscht, ist rasch der Vorwurf des Populismus im Raum. Immer weniger Menschen gehen wählen, die Mitgliederzahlen der politischen Parteien gehen dramatisch zurück. Wie kann überhaupt eine Demokratie effizient arbeiten und langfristig tragfähige Entscheidungen treffen, wenn die Politiker ihr Handeln vor allem an einem ausrichten müssen: Bei der nächsten Wahl wollen sie wiedergewählt werden. David Van Reybrouck beschreibt diesen Mechanismus als "demokratisches Ermüdungssyndrom". Wie kommen wir davon weg? Vielleicht sind ganz neue Wege nötig, auch wenn sie auf den ersten Blick ganz weltfremd erscheinen? Van Reybroucks Vorschläge nehmen ein altes demokratisches Prinzip auf, das schon im antiken Athen praktiziert wurde: Das Los. Bis hin zur Französischen Revolution wurde dieses demokratische Mittel oft angewendet, etwa auch in blühenden Republiken wie Venedig oder Florenz zu Zeiten der Renaissance. Der Autor zeigt, wie das auch heute ganz praktisch unsere Demokratie lebendiger machen könnte.

"Van Reybroucks Vorzug liegt (...) darin, dass sein glänzend geschriebenes Buch alle akademischen Hürden überwindet." Gregor Dotzauer, Der Tagesspiegel, 01.08.2016

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