Jutta Voigt

Autoren

Jutta Voigt

Jutta Voigt, geboren in Berlin, Studium der Philosophie an der Humboldt-Universität, Redakteurin, Essayistin und Kolumnistin bei den Wochenzeitungen Sonntag, Freitag, Wochenpost und Zeit. 2000 Theodor-Wolff-Preis. Zuletzt erschienen: "Der Geschmack des Ostens. Vom Essen, Trinken und Leben in der DDR", "Westbesuch. Vom Leben in den Zeiten der Sehnsucht".

©  Foto: Milena Schloesser

Mein zweiter Vorname ist Madleen, aber trotzdem ist die Erzählerin meines Buches nicht ganz mit mir identisch. Ich spiele gern mit dem Ich. Einerseits war ich Teil dieser Boheme und andererseits nicht. Ich war immer fest angestellt, hatte eine Familie, zwei Töchter, ich ging nachts an die Orte der Boheme, verließ sie aber relativ frühzeitig wieder. Mein Naturell ist es, ein Zuschauer zu sein.

Jutta Voigt

Aktuelles Buch

Stierblutjahre

Aufbau Verlag

Jutta Voigt erzählt von der Sehnsucht nach einem anderen Leben in der DDR. Künstler, Bohèmiens, am realexistierenden Sozialismus Gescheiterte - sie alle suchten das richtige Sein außerhalb der Kontrolle des falschen Systems. Im Mittelpunkt des neuen Buches von Jutta Voigt steht eine Bohème, die ein elementares Interesse verfolgte: das andere Leben. In den frühen DDR-Jahren mit rebellischem Elitebewusstsein und Aufbruchspathos, zunehmend kritisch und reformerisch in den 70ern, distanziert bis gleichgültig in den 80ern. Die Künstler - von Brecht bis Müller, von Hacks bis Wawerzinek, von Berlau bis Krug, von Thalbach bis Schlesinger - wollten nur eins: als Individuen existieren, unkontrolliert sie selber sein dürfen. Besonders in den zerfallenden Mietshäusern des Prenzlauer Berg in Berlin, aber auch in Leipzig, in Dresden-Loschwitz und in der Altstadt von Halle entwickelte sich eine subkulturelle Szene zwischen Distanz, Skepsis und Hedonismus. 

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