Katja Lange-Müller

Autoren

Katja Lange-Müller

Katja Lange-Müller, geboren 1951 in Ostberlin, lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. 1986 erhielt sie den Ingeborg-Bachmann-Preis, 1995 den Alfred-Döblin-Preis, 2002 den Preis von ZDF, 3sat und der Stadt Mainz, 2005 den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor, 2008 den Preis der LiteraTour Nord, den Gerti-Spies-Preis und den Wilhelm-Raabe-Preis. Im Jahr 2012/2013 war sie Stipendiatin der Villa Massimo, erhielt den Kleist-Preis. 2013/2014 war sie als Stipendiatin Gast in der Kulturakademie Tarabaya Istanbul.

©  Foto: Heike Steinweg

Meine Asta raucht Kette, wie fast alle alten Krankenschwestern. Über Krankenschwestern gibt es bislang mehr blöde Witze als Literatur, um das mal gleich vorweg zu sagen. Das Thema aber, um das es geht, rückte einem in den letzten Jahren arg auf die Pelle, und ich musste mich beherrschen, es nicht zu sehr hineinzulassen.

Katja Lange-Müller

Aktuelles Buch

Drehtür

Kiepenheuer & Witsch

Asta ist nach 22 Jahren im Dienst internationaler Hilfsorganisationen am Münchner Flughafen gestrandet. Von den Kollegen weggemobbt aus der Krankenstation in Nicaragua, wo sie zuletzt tätig war, steht sie neben einer Drehtür und raucht. Sie wollte eigentlich gar nicht zurück. Aber weil sich ihre Fehlleistungen häuften, bekam sie ein One-Way-Ticket geschenkt. Und nun weiß sie nicht, wie es weitergehen soll. Einigermaßen wohl fühlt sie sich nur, wenn sie gebraucht wird. Und wer könnte sie, die ausgemusterte Krankenschwester, jetzt noch brauchen? Während Asta über sich nachdenkt, beobachtet sie ihre Umgebung - und meint, Menschen wieder zu erkennen, denen sie im Laufe ihres Lebens begegnet ist: den Koch der nordkoreanischen Botschaft, der eines Abends mit geschwollener Wange in einem Berliner Hauseingang hockte, ihre Kollegin Tamara, die ein glühender Fan von Tamara "Tania" Bunke war, ihren Exfreund Kurt, mit dem sie turbulente Wochen in einer tunesischen Ferienanlage verbrachte, und viele andere mehr. Mit jeder Zigarette taucht Asta tiefer in ihre Vergangenheit ein - und mit jeder Episode variiert die Erzählerin ein höchst aktuelles und existenzielles Thema: das Helfen und seine Risiken.

"Jede Episode [...] besitzt die Handschrift der warmherzigen, vor Gescheitheit sprühenden Vitalität, die Katja Lange-Müller so schnell niemand nachmacht." Die Zeit

"Mit klugen Figurenzeichnungen, mit einer Sprache, die zwischen derb und feinsinnig oszilliert, mit im besten Sinne erstaundlichen Geschichten und einer gewitzten Romandramaturgie analysiert sie [Katja Lange-Müller] ein hochaktuelles Thema.", SWR 2

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