Olga Martynova

Autoren

Olga Martynova

Olga Martynova, 1962 in Sibirien geboren, wuchs in Leningrad auf. Dort studierte sie russische Sprache und Literatur. 1991 zog sie nach Deutschland. Sie schreibt Gedichte (auf Russisch) und Essays und Prosa (auf Deutsch). Sie wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Roswitha-von-Gandersheim-Preis, dem Ingeborg-Bachmann-Preis, und dem Berliner Literaturpreis, sie hatte die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der FU Berlin inne. Olga Martynova lebt mit ihrem Mann, dem Autor Oleg Jurjew, in Frankfurt am Main

©  Foto: Jürgen Bauer

Ich hatte eine Lesung in Essen, im Folkwang Museum. Da gab es gerade eine Ausstellung, die ausschließlich Klees Engeln gewidmet war. Diese Zeichnungen sind gleich in mein damals noch geplantes Buch gesprungen. Ich fing an, mich mit Engeln zu beschäftigen, habe etwa viel Thomas von Aquin oder Maimonides gelesen. Als das Buch dann fertig war, habe ich, um mich zu erholen, die neue Übersetzung der „Divina Comedia“ von Hartmut Köhler gelesen und festgestellt, dass ich oft die gleichen Ideen von Thomas übernommen habe wie Dante, dass zum Beispiel Engel keinen Zutritt zur Hölle haben.

Olga Martynova

Aktuelles Buch

Der Engelherd

S. Fischer Verlag

Olga Martynovas schreibt über die Liebe zwischen dem alternden Schriftsteller Caspar Waidegger und der jungen Laura, die über ihn ihre Doktorarbeit schreibt. Es geht um die Frage, wie frei oder gefangen wir sind. Um Waideggers behinderte Tochter. Um Familie und Verantwortung also und die Frage, was normal ist und was verrückt. Es geht aber auch um unsere Vergangenheit, die in die Gegenwart ragt. Um eine Schauspielerin, deren Tochter von Euthanasie-Ärzten ermordet wird. Um Schuld also geht es. Und es geht um Engel, die entsetzt auf unsere Grausamkeit starren, die rätseln über unser Tun und uns nicht beschützen können.

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