Paul Lendvai

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Paul Lendvai

Der international angesehene Publizist, Autor und Osteuropa-Experte Paul Lendvai schrieb viele Jahre als Korrespondent für die Londoner "Financial Times" sowie für angesehene österreichische, Schweizer und deutsche Blätter. Er war ab 1982 Chefredakteur der Osteuropa-Redaktion des ORF und ab 1987 Intendant von "Radio Österreich international". Heute ist er weiterhin Mitherausgeber und Chefredakteur der von ihm gegründeten internationalen Zeitschrift "Europäische Rund-schau". Er ist Leiter des "Europa-Studios" des ORF und Kolumnist des "Standard". Er hat 16 Bücher publiziert, viele davon Bestseller und in mehrere Sprachen übersetzt, und ist Träger zahlreicher Auszeichnungen.

"Zu bewundern ist überall Lendvais Talent, den Kern einer Sache, das Wesentliche an einer Person zu treffen; über seine Kenntnisse und analytischen Gaben muß hier kein Wort verloren werden. Vielen Kollegen ist auch zu empfehlen, seinem Vorbild darin zu folgen, daß im politischen Journalismus ein gründliches Abwägen der Argumente allemal besser ist als ein zu schnelles Urteilen." Günther Nonnenmacher, Frankfurter Allgemeine Zeitung

©  Foto: Bela Menzey

Ich bin seit 28. September 1959 österreichischer Staatsbürger und überzeugter Österreicher. Und ich bin auch davon überzeugt, dass es unter der Firnis auch heute ein „gutes Österreich“ gibt. Wir müssen aber gegen Rassismus, Engstirnigkeit und vor allem gegen Dummheit auftreten, damit dieser Kern wieder zum Vorschein kommt.

Paul Lendvai

Aktuelles Buch

Orbáns Ungarn

Kremayr & Scheriau

Viktor Orbán regiert hinter einem scheinbar demokratischen Vorhang mit eiserner Faust. Eine zwar schwache, aber funktionierende Demokratie baut er in einen autoritären Staat um. Seine nahezu uneingeschränkte Machtposition verdankt er vor allem seiner persönlichen Ausstrahlung, seiner Unbarmherzigkeit und seinem Machtinstinkt. In den 1990er-Jahren als demokratische Hoffnung gefeiert, gilt Orbáns Bewunderung heute Männern wie Putin und Erdoğan. Von den west-lichen, liberalen Werten hat er sich abgewendet. Sein rechtskonservativer, populistischer Kurs lässt fremdenfeind-lichen und antisemitischen Tendenzen breiten Raum, seine finanz- und wirtschaftspolitischen Ambitionen führen zu einer Spaltung der Gesellschaft: Einer kleinen Schicht profitierender Neureicher steht ein wachsendes Heer an Armen, Arbeits-losen und Mindestrentnern gegenüber. Die politische Opposition ist schwach und gespalten, die junge urbane Generation wendet sich von der Politik ab oder wandert aus. Ungarn ist zu einem Fremdkörper im demokratischen Europa geworden.

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