Julian Nida-Rümelin

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Julian Nida-Rümelin

Julian Nida-Rümelin gehört zu den renommiertesten Philosophen Deutschlands, er lehrt an der Universität München und arbeitet v. a. zu Rationalitätstheorie, politischer Philosophie und Ethik. Nida-Rümelin ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, für die er eine interdisziplinäre Forschungsgruppe zum Thema internationale Gerechtigkeit leitet, sowie der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Von 1998 bis 2002 wechselte er in die Kulturpolitik, u. a. als Kulturstaatsminister im ersten Kabinett Schröder. Nida-Rümelin war bis 2012 Kuratoriumsvorsitzender des Deutschen Studienpreises, mit dem die Körber-Stiftung jährlich herausragende junge Wissenschaftler für gesellschaftlich relevante Forschungsbeiträge auszeichnet. Zu seinen zahlreichen Buchveröffentlichungen zählen u. a. "Philosophie einer humanen Bildung" (2013) und "Der Akademisierungswahn" (2014).

©  Foto: Körber-Stiftung | David Ausserhofer

Über Grenzen denken. Eine Ethik der Migration

Aktuelles Buch

Über Grenzen denken. Eine Ethik der Migration

edition Körber-Stiftung

Über zwei Milliarden Menschen leben weltweit in bitterster Armut, leiden unter Hoffnungslosigkeit, Hunger, Unterdrückung und Krieg. Über 65 Millionen von ihnen waren allein im letzten Jahr auf der Flucht, viele Menschen weltweit erhoffen sich ein besseres Leben in Europa oder Nordamerika. Hilfe tut also dringend not - aber sind offene Grenzen die richtige Antwort auf das Elend in der Welt?

Diese Ansicht findet viele Fürsprecher, doch der Philosoph Julian Nida-Rümelin ist überzeugt: Offene Grenzen würden das Elend nicht wesentlich mildern, sondern die Herkunftsregionen sogar weiter schwächen und die sozialen Konflikte in den aufnehmenden Ländern verschärfen. Eine Lösung für die beschämenden humanitären Skandale unserer Zeit sind sie nicht.

In seinem neuen Buch entwickelt Nida-Rümelin eine eigene Ethik der Migration, die eine Brücke zwischen Philosophie und Politik schlägt. Sein Buch macht klar: Politisches Handeln muss auf den Werten und Normen der Humanität beruhen. Nur so können verantwortungsbewusste und zukunftsträchtige Entscheidungen getroffen werden. Gerade weil solche Entscheidungen in der Migrationspolitik komplex sind und Dilemmata unvermeidlich, brauchen wir die Verfasstheit in Staaten: Die politischen Gestaltungsspielräume, die sie bieten, sind unverzichtbar. Denn ob es uns gelingt, die weltweite Armut und Perspektivlosigkeit in den Ursprungsregionen wirksam zu bekämpfen, wird zum Lackmustest unserer Menschlichkeit.

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